29. April 2022

Über Code-Fails und Hacker Events

Die Vielfalt an unterschiedlichen Berufsfeldern, die man in einer Werbeagentur vorfindet, ist erstaunlich. Ein Haufen aus Kreativen im Text, Art und Motion Bereich, Beratung, Strategie, HR, IT und vielen mehr, macht die bunte Mischung aus, die unsere Arbeit so spannend und abwechslungsreich gestaltet. Diese Berufsfelder und die großartigen Menschen, die dahinterstecken, möchten wir euch gerne präsentieren, und fangen hier mit der wohl am wenigsten verstandenen Gruppe an: Den Developer*innen. Das von Klischees beeinflusste Bild über sie ist das von „Irgendwas mit Computern/Code etc.“ und für gewöhnlich Menschen, die etwas „nerdiger“ daherkommen.  Um zu erfahren, wie es wirklich ist, haben wir bei zwei von unseren Entwicklern nachgefragt: Was macht ihr eigentlich überhaupt? „Das wissen wir selbst oft nicht so genau“, sagt Jakob, der von sich selbst behauptet ein „Technik-Nerd“ zu sein. Hinter seinem Schlagzeug sieht er aber recht wenig nerdig aus, vor allem wenn er mit seiner Band Tonbandgerät auf der Bühne steht und von Fans bejubelt wird. Auch Malte, der mit seiner angenehm tiefen Morgan Freeman Stimme für Tierdokus einsprechen könnte, definiert den Begriff des stereotypischen „Nerds“ neu. Wir haben uns mit den beiden auf ein paar Drinks getroffen und nachgefragt, wie die Arbeit von Developerinnen und Developern bei deepblue aussieht, sie über ihre Code-Fails ausgequetscht und ergründet, was sie so auf dem Recruiting Event Hacker X getrieben haben.  

Talents: Hi, schön euch mal wieder auf ein paar Drinks zu treffen. Was macht ihr zwei eigentlich so bei deepblue? 

Malte: Wir sind Entwickler. Wir machen Frontend. Wenn irgendwas im Browser läuft und mit JavaScript zu tun hat, dann sind wir dafür zuständig. 

Talents: Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag bei euch aus? Sitzt ihr eher in Jogginghose und bei guter Musik vor dem Rechner oder gibt es da sehr viel Kundenkontakt und ständige Termine? 

Malte: Definitiv Jogginghose! 

Jakob: Es ist ganz gut als Entwickler ehrlich gesagt, weil niemand so genau weiß, wie lange etwas dauert, man selbst oft auch nicht. Deswegen hat man nicht allzu großen Zeitdruck. Doof ist es dann, wenn es dann wirklich schwierig wird und man Dinge von vorneherein nicht hat kommen sehen. Ansonsten kann man aber ganz entspannend zuhause in Jogginghose arbeiten und hat nicht allzu viele Termine.  

Talents: Hattet ihr denn in eurer Karriere bisher ein paar Fails oder unangenehme Momente, von denen ihr uns erzählen könnt?  

Malte: Ja, da gibt’s einige. Im Endeffekt ist es bei uns so: Wir failen so lange, bis wir es hinkriegen und dann wird unsere Arbeit live gestellt. Da gibt es aber schon so eine Story, die ich erzählen kann. Bei mir im Studium ist es so gewesen, dass es immer mal wieder diese Siebfächer gab, die unnötig schwer sind und meistens auch eine*n Professor*in hatten, der/die sehr anstrengend war. Bei einem dieser Fächer arbeitete ich in einer neuen Programmiersprache an einem Image und habe mir, warum auch immer, angewöhnt, meine Variablennamen mit Schimpfwörtern zu bezeichnen. Irgendwann musste ich richtig kreativ werden, weil ich immer wieder neue Namen brauchte. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das, woran ich die ganze Zeit für die Abgabe gearbeitet habe, überhaupt nicht funktionierte. Also zeigte ich unserem Prof bei unserem nächsten Termin, dass das Image kaputt ist und ich nichts daran ändern kann. Er schaute in die Datei, drückte einen Knopf und auf einmal liefen, wie man es von einem Virusscanner kennt, alle Variablennamen mit den übelsten Schimpfwörtern über den Bildschirm. Sekunden wurden zu Stunden, der Prof wurde rot im Gesicht, sagte aber nichts. Er schaute sich die Aufgabe an, die nicht annährend zum Semesterende fertig war, und meinte nur, ich hätte noch viel zu tun. Am Ende war ich der einzige Student, der seinem Prof auf diese Weise direkt ins Gesicht sagen konnte, was er von ihm hält. 

Behind The Scences

Talents: Ihr wart ja letztens beim Hacker X Event. Könnt ihr ein wenig davon erzählen, worum es dort geht und was das Event ausmacht?  

Malte: Im Grunde genommen kann man sich das vorstellen, wie ein One on One Speeddating mit möglichen Bewerbern und Bewerberinnen. Wir haben deepblue als Arbeitgeber repräsentiert.  

Jakob: Genau, jedes Treffen geht immer nur fünf Minuten. Die Kandidaten und Kandidatinnen können sich aussuchen, mit wem sie reden möchten. Wir hingegen wussten aber überhaupt nicht mit wem wir sprechen werden. Insgesamt waren das so fünfzehn Menschen mit den wir innerhalb von 1,5 Stunden geredet haben. 

Malte: Das lustige war, dass man als Entwickler ja eigentlich eher scheu auf Menschen zugeht, durch das Adrenalin beim Verbinden mit neuen Gesprächspartner*innen aber sofort losgeredet hat.  

Jakob: Die 5 Minuten gingen aber auch sehr schnell um. Da hat man sich gerade über die Programmiersprachen und Tools ausgetauscht, mit denen man arbeitet und schon bimmelte es und ein weiteres Gespräch fing an.   

Talents: Wie genau würdet ihr den Sinn der Veranstaltung beschreiben? Ist sie hauptsächlich gut für’s Netzwerken?  

Jakob: Ja genau. Das coole an der Veranstaltung ist, dass man extrem schnell ins Gespräch kommt. Die HR-ler können wahrscheinlich ein Lied davon singen, dass es teilweise Wochen und Monate dauert bis man erstmal in Kontakt mit potenziellen Mitarbeiter*innen tritt und einen Termin vereinbart, ein Gespräch führt und vielleicht merkt, dass das gar nicht passt. Dann sucht man wieder nach dem nächsten Kandidaten oder der nächsten Kandidatin. Bei der Hacker X ist das Ganze auf 1,5 Stunden geballt. Im Grunde ist es ein HR Event und es macht total Sinn, dass unsere HR uns dahin geschickt hat. Im Grunde müssen wir ja mit potenziellen neuen Kollegen und Kolleginnen arbeiten und können so direkt ein Gefühl dafür bekommen, ob es passt oder nicht.  

Malte: Wenn man dann rechtzeitig auf den Connect Knopf gedrückt hat, konnte man sich die Kontaktdaten der Gesprächspartner*innen sichern.  

Talents: Was ist euch denn besonders in Erinnerung geblieben von dem Event? 

Malte: Ich sollte definitiv weniger Englisch hören und mehr Englisch sprechen. 

Jakob: Mein bestes Speeddate war 3 Minuten lang ein leerer Schreibtischstuhl.  

Talents: Würdet ihr das Event eher Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen empfehlen oder Erfahreneren? 

Malte: Da haben wir alle Altersgruppen angetroffen. Da war ein junger Python Dev dabei, aber auch einige mit ziemlich krasser Berufserfahrung von etwa 20 Jahren. 

Talents: Warum ist das Event denn gerade für Developer*innen so interessant? 

Jakob: Für Kandidaten und Kandidatinnen ist es deswegen so interessant, weil der Bewerbungsprozess sonst ewig dauern kann. Man bewirbt sich bei 20 Unternehmen und wenn da nichts dabei war, dann schickt man nochmal Bewerbungen raus. Durch solche Events kann man den Prozess konzentrierter gestalten und hat gleich 10-15 Unternehmen mit denen man direkt reden kann.  

Talents: Malte, wir haben noch eine Frage an dich. Es geht um deinen Character. Kannst du uns mal erzählen was es bei dem Akkordeon und dem Tau auf sich hat? 

Malte: Ich hab keine Ahnung. Es gab eine Ansage, dass es ein maritimes Thema wird und das hat mich gefreut. Der Designer hat es mir so verkauft, dass ich wegen der Stimme wie ein Hafensänger bin. Das wirklich coole an dem Bild ist, dass ich auf eine spezielle Art die Hand auf den Schenkel lege. Und das mache ich wirklich. Das war mir vorher nie klar.  

Talents: Nun kommt auch die letzte Frage an dich, Jakob. Wenn du einen Tipp für dein Berufseinsteiger-Ich hättest. Welcher wäre es dann? 

Jakob: Ich glaube einer der Größenwahnsinnigen aus dem Silicon Valley hat mal gesagt: „Stay hungry, stay foolish“. Das ist ein Motto, welches ich auch jetzt immer noch total unterschreiben kann. Es ist superwichtig, gerade als Entwickler oder Entwicklerin, immer zu lernen und lernen zu wollen. Es gibt immer wieder neue Technologien und gleichzeitig gibt es immer noch so viele Sachen, bei denen ich erstmal nachforschen muss, um sie kennenzulernen. Auch Dinge zu hinterfragen, sollte man sich immer bewahren. Das ist ganz wichtig und man macht es gerade am Anfang des Berufslebens gerne. Es macht die frische Energie im Berufsleben aus, ist aber auch ein gutes Motto, wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. 

Talents: Das ist ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview und ich hoffe, dass wir uns schon bald wieder in den tiefblauen Hallen sehen.  

 

Das ungekürzte Interview in Videoform könnt ihr euch auf unserem Instagram-Kanal   @dbn-tieftalentiert anschauen.