12. Juni 2020

Home Schooling- Yogaeinheiten über Zoom und Verzweiflung vor der Kamera

 Als wir nach den Märzferien erfuhren, dass unsere Schule erstmal für die nächsten Wochen von zu Hause aus stattfinden würde, war die Enttäuschung von uns Schülern erstmal nicht all zu groß. Doch damals wussten wir auch noch nicht, welches Ausmaß die ganze Sache annehmen würde und welche Selbstdisziplin und Durchhaltekraft uns diese Zeit noch abverlangen würde. Unterricht in der Schule ist - wie wir nun wissen - doch viel effektiver und man kann deutlich besser folgen als mit 25 Menschen in einem Zoom-Meeting, die alle versuchen, gemeinsam eine Aufgabe zu lösen, ohne dabei einander ins Wort zu fallen, was meistens darin endet, dass Stille und betretenes Schweigen auf Fragen der Lehrer folgen. Wie es nun im Detail in den einzelnen Fächern bei uns aussieht wollen wir euch im Nachgang versuchen, aufzuzeigen.

Das Marketing Projekt:

Genau dann, wenn wir mit unserem Projekt starten sollten, wurde die Schule geschlossen. Super Timing… Das bedeutete für uns Umdenken. Uns war klar, dass gute Organisation jetzt das aller Wichtigste ist, um den Überblick nicht zu verlieren. Unter normalen Umständen hätten wir uns als Gruppe einfach in der Schule zusammengesetzt und alle Fragen rund um unser Produkt geklärt. Wie soll die Verpackung aussehen? Welche Sorte? Welche Zutaten? Da wir aber gerade keine normalen Umstände haben, mussten wir all diese Fragen in vielen langen Videokonferenzen besprechen. Das funktioniert zwar, aber es dauert doch etwas länger.

Dennoch haben wir es geschafft durch regelmäßige Videokonferenzen und ein gut geführtes Trello Board, Struktur in unser Projekt zu bringen. Uns ist dabei aufgefallen, dass gute Zusammenarbeit und Vertrauen innerhalb der Gruppe noch nie so wichtig waren wie jetzt gerade. Man muss sich darauf verlassen können, dass alle ihre Aufgaben auch von zu Hause aus rechtzeitig erledigen. Es wäre natürlich schön gewesen gemeinsam in der Schule an dem Projekt zu arbeiten, aber trotzdem sind wir uns sicher, dass wir aus der Situation auch noch viel lernen können.

Stressbewältigung:

Stressbewältigung als Schulfach ist nicht gerade üblich an den meisten Berufsschulen, bei uns gibt es aber zum Glück diesen Kurs und eigentlich hatte ich mich auch sehr darauf gefreut. Als wir dann auf Home School umsteigen mussten, war es anfangs etwas schwierig, da der Kurs davon lebt, gemeinsam offen zu reden. Das ist persönlich deutlich einfacher als per Videokonferenz. Unser Ausflug ins Yogastudio musste leider ausfallen, aber dafür haben wir einfach unsere eigene Yogaeinheit zusammen über Zoom gemacht.

Rhetorik:

Eigentlich hatten wir gerade damit angefangen, einen drei Minuten langen Pitch zu schreiben, der nach den Ferien fertiggestellt werden und danach vorgetragen werden sollte. Erst dachten wir noch, wir müssten jetzt nur unseren Text zu Hause fertig schreiben, anhand von etlichen Leitfäden Tipps und Hinweisen. Doch als sich dann der Ernst der Lage etwas zuspitze, wurde langsam klar, diesen Pitch werden wir dieses Jahr sicherlich nicht mehr in der Schule halten können. Also hieß es ab vor die Kamera und ein Video drehen. Im ersten Moment denk man cool, dann habe ich wenigstens mehrere Versuche, aber im Nachhinein wäre es doch weniger nervenaufreibend gewesen, mit 15 Menschen zu reden als 50 Versuche in eine Kameralinse zu starten. Denn dadurch, dass man eben nicht nur einen Versuch hat, wächst natürlich auch der Anspruch an das Video und die Freiheit des Improvisierens war durch den vorher abgeschickten und bekannten Text nun auch nicht mehr da.

Doch nach etlichen Versuchen, viel Scheitern und Verzweifeln haben wir auch diese Hürden gemeistert.

 

Azubis - Fabienne und Alex