27. November 2019

„Alexa, schreib‘ meine Bachelorarbeit!“

Das Thema Sprachassistenten kann eigentlich niemand mehr hören. Der Hype ist längst vorbei und bei manchen ist er nie angekommen. Ist das wirklich so? Warum sollte man dann darüber eine ganze Bachelorarbeit verfassen? Ich habe es getan!

Deepblue ist einer der Vorreiter-Agenturen für B2B- bzw. B2B2C-Projekte mit Sprachassistenten, genauer gesagt mit Alexa-Skills. Es wurden viele Prototypen, beispielsweise für Unternehmensgiganten wie Unilever oder die Migros erstellt, der weltweit erste Recruting-Skill bringt deepblue aktuell Lob und Awards ein.

Was mich jedoch schon immer verwundert hat war, dass bis auf den Recruiting-Skill nur wenige Prototypen je zu einem marktreifen Produkt umgesetzt und veröffentlicht wurden, also effektiv kein Umsatz für die Agentur entstanden ist. Daher wollte ich meiner Arbeit dem Thema „Potentiale virtueller Assistenten im digitalen Marketing“ widmen. Was fasziniert die Leute an einem Katzengeräusch-Skill? Warum bringen Unternehmen überhaupt Skills auf den Markt? Kann ich Alexa schon darauf trainieren, eine Bachelorarbeit zu verfassen? Und welche Skills sind hilfreich und welche gehören in die Tonne?

Meine Arbeit kurz zusammengefasst:

  • Die meisten Skills scheitern an der Idee. Kommt kein Impuls vom Dienstleister oder einem engagierten Mitarbeiter, werden Voice-Skills als Marketingkanal nicht in Betracht gezogen.
  • Ist der Impuls da, mangelt es oft am Budget. Man hört Sätze wie „Wir wollen nicht mit unserem Geld spekulieren“ oder „Zeigt uns erstmal einen vergleichbaren Skill, der erfolgreich war.“
  • Doch selbst, wenn man alle diese Hindernisse überwunden hat, muss man sich die Frage stellen: „Ist ein Skill in meiner Zielgruppe wirklich einen Use Case?“ oder „Kann ich damit für Brand Awareness sorgen?“
  • Wenn ja, „Kann ich diesen Use Case mit den heutigen Möglichkeiten überhaupt fehlerfrei abbilden?“. Die meisten Misserfolge von Voice Skills rühren nämlich zum einen von einer schlechten Umsetzung, oder sie haben schlichtweg keinen Nutzen für den User.

Was fangen wir jetzt dem Gelernten an? Naja, man sollte die erforschten Potenziale und Erfolgsfaktoren in zukünftigen Voice-Projekten strategisch miteinbeziehen.

Noch ein letzter Tipp für zukünftige Absolvent_innen: Manchmal ist weniger mehr - mit Ach und Krach habe ich die Arbeit zwar irgendwie rechtzeitig fertig bekommen, aber es war kein Spaß und hat mich einiges an Angstschweiß und Tränen gekostet. Also grenzt euer Thema ein, soweit wie es geht. Euer Titel klingt dann vielleicht weniger schön, aber es erspart euch zumindest 20 % meiner Nervenzusammenbrüche.

Carina - Duale Stundentin Beratung