18. Mai 2018

ADC 2018: Das kreative 3-Gänge-Menü

12 Tage lang durften sich die Kreativen und Design-Interessierten Deutschlands die Bäuche voll schlagen. 

Die Vorspeise
Als Entrée servierte uns Heimat eine knallige und humorvolle Kampagne mit dem Motto „Füttere deine Kreativität“, die uns auf allen Kanälen, bereits Wochen vor dem ADC, Hunger auf mehr machte. Auch bei mir blieb die Wirkung nicht aus – und so machte ich mich dank deepblue auch in diesem Jahr auf den Weg ins Museum der Arbeit zum ADC Festival 2018. Für die, die sich nun fragen, was der ADC ist: Der ADC  (Art Directors Club für Deutschland e.V.) ist ein Verein in Deutschland, in dem sich die  führenden Kreativen aus den Bereichen Werbung, Design, digitale Medien, Editorial, Event, Kommunikation im Raum, Fotografie, Illustration, Szenografie, Film und Musik zusammengefunden haben.  (Wer noch mehr über den ADC erfahren möchte, dem empfehle ich die von uns entwickelte ADC App!)

Die Hauptspeise
Kommen wir zum eigentlichen Gaumenschmaus der Veranstaltung: Die Arbeiten der Agenturen. Ich fand viele Arbeiten, die mich bereits im vergangenen Jahr begeistert hatten. Zum Beispiel den „The Archaeologist“ Dry Gin (Serviceplan), der das Lebensgefühl des Motorradfahrens unter einen hochwertig gestalteten Hut brachte. Runter wie Öl gingen außerdem die Social-Bee Lebensläufe (Jung von Matt). Die Arbeit zeigte auf beeindruckende Weise, wie man aus GPS-Daten einen Lebenslauf für geflüchtete Menschen machen kann.

Ich machte außerdem einige kulinarische Neuerfahrungen. Hierzu zählte das erste organische Label für die Honigmarke Darbo (Signed by Bees/ Demner, Merlicek & Bergmann). Dies überraschte durch den einfachen Gedanken, Bienen mit ihrem Wachs ihr eigenes Packaging bauen zu lassen. Des Weiteren die Audi Connect Plakate „Text, Talk, Listen.“ (Thjnk), bei denen der Double Exposure Effect die Verbindung zwischen einem Fahrzeug und dem Smartphone des Halters schaffte.

Etwas mulmig wurde mir bei den ausgestellten Arbeiten aus dem Bereich Fotografie. Sehr realitätsnah bildeten viele Arbeiten unter anderem die Flüchtlingskrise ab. Die Arbeiten hatten handwerklich und inhaltlich Relevanz und absolute Daseinsberechtigung – benötigten meiner Meinung nach aber einen ernsthafteren Rahmen als die ADC-Ausstellung.

Die Nachspeise
Bei der Durchsicht der weiteren Projekte hat mir das Corporate Design für die Hilding Sweden (hw.design) gefallen. Die Agentur hat es geschafft, reduziertes Design mit knalligen Farben sinnvoll zu kombinieren.

Der bittere Beigeschmack 
Aufgrund der Eintrittspreise und Öffnungszeiten kann ich dem ADC in diesem Jahr leider keine 3 Sterne geben. Eine Ausstellung wie der ADC sollte, meiner Meinung nach, für möglichst viele Menschen günstig zugänglich sein. Dank deepblue, die mir das Ticket bezahlt haben, konnte mein Appetit gestillt werden - vielleicht wäre ich jetzt sonst immer noch hungrig nach mehr Kreativität. Außerdem sind die Öffnungszeiten  – zumindest für Agenturmitarbeiter – unter der Woche kaum einzuhalten.

Die Location
Das Betrachten der Pappen im Museum der Arbeit  wurde durch Nichts gestört und die hellen Räume boten eine gute Sicht auf alle Arbeiten. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Ausstellung in die Gleishalle im Oberhafen Quartier zurückkehrt. Ich glaube, dass die Arbeiten in einer inspirierenden Umgebung ihre Wirkung noch besser entfalten können.

Nach knapp zwei Stunden stand ich nun wieder vor dem Gebäude und fragte mich, ob mein Hunger getreu dem diesjährigen Motto „Füttere deine Kreativität“ gesättigt wurde. Die Antwort lautet: Ja, aber ich hätte einen Nachschlag vertragen können. Ich denke, dass wir Kreativen und das Komitee des ADC-Awards mehr können. Trotzdem bin ich froh, am ADC-Gaumenschmaus 2018 teil genommen zu haben.