17. Oktober 2019

Mediale 2019: Hater, Toast und Jägermeister

Die Mediale 2019 - Die BMK (Berufliche Schule für Medien und Kommunikation) gab uns auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, über die verschiedensten Themen der Medienbranche Vorträge zu hören und Inspiration für unseren weiteren Weg zu finden. Dabei fanden wir zwei Vorträge besonders spannend.

„Hater, Toast und Jägermeister“. Ein interessanter Titel für einen Fachvortrag, oder? Ich wusste nicht so ganz, was mich erwartet, als ich mich wie viele andere in den überfüllten Raum setzte. Thema des Vortrags war die digitale Markenkommunikation. Nach einer kurzen Vorstellung von unserem Redner Stefan Schwarz ging es los. Da die digitale Transformation immer weiter voranschreitet, stellte er uns fünf Tipps zur Markenkommunikation im digitalen Umfeld vor.

Seine erste Empfehlung war es, gesellschaftliche Themen zu nutzen und sich klar zu positionieren. Die Tagesschau hat das beim Thema Hasskommentare im Internet gemacht. Unter dem Motto „Sag´s mir ins Gesicht!“ forderten die Journalisten Facebook-Nutzer zu einem Skype-Call auf, um von Angesicht zu Angesicht mit ihnen zu sprechen.

Auch durch Targeting kann man für Aufmerksamkeit sorgen. Durch die zugeschnittene Werbung für jede Zielgruppe soll sich jeder angesprochen fühlen. Golden Toast hat das in einer gelungenen Kampagne perfekt umgesetzt. Unter dem Claim „Ein Toast für alle Fälle“ hat das Unternehmen verschiedene Zielgruppen definiert und dann jeweils einen passenden Spot dazu gedreht. Da findet sich jeder irgendwo wieder.

Um uns zu verdeutlichen, wie man über soziale Medien in Echtzeit den Abverkauf steigert, stellte Stefan Schwarz uns einen Case von Jägermeister vor. Anfang des Jahres sorgte Franck Ribery für Aufsehen, als er ein goldenes Steak verspeiste und dies bei Instagram postete. Diesen Hype nutzte Jägermeister, um den neuen Onlineshop bekannt zu machen. Der Likörhersteller brachten fünf goldene Sondereditionen der Flaschen heraus. Die Aktion war ein großer Erfolg und da die Produkte nur online erhältlich waren, wurde der Webshop schnell populär.

Es folgte ein weiterer Case von Jägermeister. Diesmal ging es darum, wie man neue Technologien nutzt, um möglichst viel Buzz zu kreieren. Zusammen mit Snoop Dog veranstaltete Jägermeister das erste Drop in Konzert über die Alexa-Box. Jeder konnte sich einwählen und zuhören. Die Aktion erzielte eine hohe Reichweite. Durch die neue moderne Technologie kann sich eine Marke deutlich verjüngen. Ein Vortrag mit fragenaufwerfendem Titel aber wirklich sehr spannendem Content.

Der zweite Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema Podcast. Da wir bei deepblue ja nun auch unseren eigenen Podcast haben, wollten wir wissen, was die größte deutsche Podcast Agentur zu dem Thema zu sagen hat. Deshalb hörten wir uns den Vortrag von Vincent Kittman mit dem Titel „How to Podcast“ an. Nachdem er einige bekannte Podcasts nannte und uns die Entwicklung von Podcasts als Marketingstrategie in den letzten Jahren zeigte, wurde schnell klar, wie wichtig das Medium in der heutigen Marketingwelt schon geworden sind. Denn er brachte ein Zitat von Micky Beisenherz der sagt: „Podcasts sind der neue Gin. Was wohl heißen soll heißen, dass Podcasts das neue Trendmedium der Marketing-Welt darstellen.

Podcasts haben alleine in Deutschland wöchentlich über zehn Millionen Hörer, welche durchschnittlich sechs Podcast Episoden in der Woche hören. Dabei bauen sie eine sehr enge Beziehung zu den Sprechern auf. Die Nutzer haben gegenüber Social Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. eine viel längere Nutzungszeit und vor allem eine deutlich höhere Aufmerksamkeit und Akzeptanz der User gegenüber der integrierten Werbung. 80 % der Hörer akzeptieren die Werbung in einem Podcast und 75 % spulen die Werbung nicht vor, denn Werbung in Podcasts fühlt sich für den Hörer durch die vertrauten Sprecher und den in den Content eingebetteten Stil authentisch und nicht störend an.

Was mich persönlich besonders überrascht und beeindruckt hat, ist die Zahl der durchschnittlichen Käufer, die in einem Podcast Werbung für ein Produkt gehört haben. Sie liegt bei unglaublichen 45 Prozent.

Jetzt stellt sich uns die Frage: Was macht denn nun einen wirklich guten Podcast aus? Vincent Kittmann nannte folgende Aspekte: Gutes Audio, schaffen eines Mehrwertes für die Zielgruppe, Aufmerksamkeit auf sich ziehen (vor allem über eigene Kanäle) und das Herausstechen aus der Masse. Dann werden wir mal versuchen, unseren Podcast nach diesen Punkten zu optimieren. Hört rein!

Fabienne und Alex - Azubienen Beratung